Das Gehirn und die Aromatherapie – ein ausgezeichnetes Duo

Das Gehirn und die Aromatherapie – ein ausgezeichnetes Duo

Nachfolgend ein übersetzter Artikel aus der französischen Zeitschrift “Plantes et santé”, Ausgabe N°182 vom September 2017
Übersetzerin: Josiane Doveri
Die Übersetzung zeigt uns einen Einblick in die französische Welt der Aromatherapie – man beachte die zum Teil sehr hohen Dosierungen. Der Verein AromaForum International e.V. bedankt sich für die geleistete Übersetzungsarbeit.

Das Gehirn und die Aromatherapie

ein ausgezeichnetes Duo

Haben Sie Ihr Gehirn dabei?“ Mit dieser Frage beginnt Ilchi Lee, „Philosoph des Gehirns“ seine Konferenzen, in denen er seine Hirntrainingsmethode „Brain Power“ genannt vorstellt. Obwohl das Gehirn der Sitz der kognitiven Funktionen, des Nerven- und vegetativen Systems ist, obwohl es unseren Kopf und unseren Körper steuert, vergessen wir meistens, dass wir ein Gehirn haben. Außer, wenn es sich in der Form von Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen, Lernschwierigkeiten, Gedächtnislücken, oder von neuro-degenerativen Krankheiten wie die Alzheimer Krankheit oder Parkinson meldet. Das Gehirn ist ein komplexes Organ, mit dem man behutsam umgehen muss, um „den Kopf nicht zu verlieren“. Das Gehirn besteht aus drei Teilen, darunter das limbische Gehirn, welches als „Sitz der Emotionen“ gilt. Es ist auch für die Aufmerksamkeit und die langzeitige Gedächtnisfunktion zuständig.

Das zentrale Nervensystem setzt sich aus ca. 100 Milliarden Zellen, den sogenannten Neuronen, zusammen, welche für den Informationenfluss im Organismus zuständig sind.

Entgegen dem Glauben, wonach der Mensch im erwachsenen Alter keine Neuronen mehr produziere und er deshalb zu einem progressiven Hirnzerfall verdammt sei, produziert der Mensch pro Tag bis zu 1.500 Neuronen, sein Leben lang. Die Bedingung hierzu: Genauso wie die Muskeln muss das Gehirn gesund bleiben, um richtig zu funktionieren. Um ein Leben lang geistig fit zu bleiben, empfiehlt Pierre-Marie Lledo, Neurologe und Leiter der Abteilung „Gedächtnis und Wahrnehmung“ vom Institut Pasteur, den Intellekt dauerhaft mit Spielen oder kulturellen Aktivitäten zu stimulieren, Lärmbelästigung und visuelle Beeinträchtigungen zu vermeiden, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßig Sport zu treiben sowie soziale Kontakte zu pflegen. Manche ätherische Öle haben eine stimulierende, beruhigende bzw. neuro-tonische Wirkung auf die zerebralen Funktionen und halten sie somit gesund.

Die olfaktorischen Stimuli, die wir unbewusst aufnehmen, werden in unserem Gehirn vom limbischen System verarbeitet. So entsteht eine Verflechtung von Emotionen, von Erinnerungen und Gerüchen. Aus mehreren Experimenten geht hervor, dass die ätherischen Öle ein Mittel sind letztere zu aktivieren.

Das Bauchgedächtnis

Der Bauch, auch „zweites Gehirn“ genannt, beinhaltet zweihundert Millionen Neuronen. Er steuert mitunter die Emotionen, da die Neuronen vom Darmnervensystem die gleichen Neurotransmitter wie das Hauptgehirn produzieren, u.a. Serotonin, das Hormon des Wohlbefindens. Laut Michael Gershon, amerikanischer Forscher, „ist das Darmgehirn sogar in der Lage sich zu erinnern. Es ist an der Traumphase während des Schlafes beteiligt, indem es Serotonin produziert und ist wahrscheinlich die biologische Matrize des Unterbewusstseins“. Versuchen Sie doch Ihren Bauch mit einer Mischung von ätherischen Ölen aus Pfefferminze und Kümmel zu 10% verdünnt mit einem neutralen Pflanzenöl zu massieren, die Verdauung wird angeregt und Sie fühlen sich wohler.

Aufmerksamkeitsstörungen

Tests haben gezeigt, dass das Einatmen von ätherischem Öl (AÖ) aus Weihrauch Aufmerksamkeitsstörungen bei hyperaktiven Kindern mindert.

Rezeptur:

  • ÄÖ aus Rosmarin mit 1,8 Cineol: 60 Tropfen
  • ÄÖ aus Weihrauch: 60 Tropfen
  • ÄÖ aus echtem Lavendel: 60 Tropfen
  • Pflanzenöl aus Aprikosenstein: 9ml
  • Einen Roll-on mit 15ml füllen

Anwendung:

Handgelenke mit der Kugel vom Roll-on bis zu 4Mal täglich massieren.

Sein Leben lang lernen

Kinder lernen eine Fremdsprache oder ein Musikinstrument leichter als Erwachsene. Der Grund dafür ist die „Hirnplastizität“. Das Gehirn eines Kindes ist plastischer und somit besser geeignet, um sich neu zu organisieren durch die Herstellung von neuen Verbindungen. Deshalb sollte man sein Gehirn nicht „vergessen“, es weiterhin trainieren und beanspruchen, indem man sein ganzes Leben lang lernt.

Erwachsene und Kinder haben jedoch oft die gleichen Konzentrationsprobleme, welche den Gedächtnis- und Lernprozess beeinträchtigen.

Studien haben gezeigt, dass durch die ständige Benutzung von TV, Smartphones, Tabletts etc. unsere Konzentrationsfähigkeit drastisch abgenommen hat.

Ätherische Öle können unsere Konzentrationsfähigkeit unterstützen. „Der Geruchssinn ist der einzige Sinn, welcher die Gedächtnis- und Emotionszonen im Gehirn direkt erreicht„, sagt der Forscher in Olfaktorik-Neurobiologie, Roland Salesse. Der Geruchssinn ist tatsächlich der einzige Sinn mit Verbindung zum limbischen System, dem Zentrum der Emotionskontrolle und des Langzeitgedächtnisses.

Beim Einatmen erreichen die Moleküle der ätherischen Öle Sensoren in der Nase und stimulieren dadurch das limbische Gehirn.

Zur Steigerung der Konzentration sollten bei Kindern ab einem Alter von 8 Jahren, morgens und abends, 10 Tage pro Monat, 6 Monate lang, in Prüfungs- und Stressperioden zwei Tropfen ätherisches Öl aus sibirischer Tanne auf der Innenseite der Handgelenke, dem Plexus Solaris und der Fußsohle aufgetragen werden. Empfohlen wird auch die Inhalation von 4 Tropfen Rosmarin Offinal zur Verstärkung der kognitiven Funktionen.

Ätherische Öle für Aufmerksamkeit und Achtsamkeit

„Ätherisches Öl aus Pfefferminze wirkt Wunder bei Erschöpfung und Sinnestrübheit. Menthol ist bekannt für seine stimulierende Wirkung auf die Wachsamkeitsneuronen

Ingwer gibt neue Energie, wirkt wie ein „Aufputschmittel“. Sein ätherisches Öl hat eine stimulierende Wirkung und hilft klare Gedanken zu fassen.

Das ätherische Öl aus Ravintsara beruhigt bei Hyperaktivität. Anwendung: Inhalation oder Einreiben des Plexus Solaris, verdünnt zu 1%-4% in Mandelöl.

  • Das ätherische Öl von echtem Lavendel hat eine sedative und hypotensive (Blutdrucksenkend) Wirkung. Das darin enthaltene Linalol stimuliert das Gedächtnis.
  • Lorbeer, das Siegessymbol, sorgt für mehr Selbstvertrauen.

Empfohlen ist die Synergie „Mein Neuronenbooster“ der Marke Néroliane. Sie enthält Essenzen aus Bergamotte, Myrte, Rosmarin, Speiklavendel, Muskatnuss, Origano. Sie bringt neue Energie und stimuliert die geistigen Fähigkeiten.

Zappen, eine schlechte Angewohnheit

Innerhalb von zwölf Jahren ist unsere Konzentrationsfähigkeit von 12 auf 8 Sekunden gesunken. Das ist weniger als beim Goldfisch, dessen Aufmerksamkeitsdauer 9 Sekunden beträgt. Dies ergeht aus einer Studie, die 2015 von Microsoft durchgeführt wurde, wonach Bildschirme bei den Konzentrationsschwierigkeiten nicht nur bei Kindern sondern auch bei Erwachsenen eine Rolle spielen. Statt Smartphone, TV, Tablet, PC gleich nach dem Aufwachen und nach dem Abendessen einzuschalten, sollten Sie lieber zu stimulierenden ätherischen Ölen aus Ylang-Ylang, Zitrone oder Patschuli greifen.

Wissenschaftliche Studien haben 2003 gezeigt, dass das Inhalieren von ätherischem Öl aus Rosmarin zu 1,8 Cineol das Gedächtnis fördert. Die Forscher haben eine höhere Konzentration an Monoterpen-Oxyd 1,8-Cineaol (organisches Molekül, welches die kognitive Leistung und die Laune anregt) im Blut von Menschen gefunden , die ätherisches Öl inhaliert hatten, und dabei eine 75%-ige Steigerung des Gedächtnisvermögens festgestellt.

Gerüche sind nur Erinnerungen“ fasst Michaël Moisseeff zusammen, welcher Geruchsworkshops anbietet, um das Gedächtnis anzuregen. „Aus diesen chemischen Molekülen entstehen Gerüche nur, wenn man sie mit dem entsprechenden Produkt, aus dem sie entstehen, assoziiert. Den Zitronengeruch z.B. verbindet man mit der Frucht“.

Forscher der Universitäten Wien und Berlin haben entdeckt, dass Sesquiterpene, aromatische Moleküle, die man in manchen ätherischen Ölen wie im Weihrauchbaum vorfindet, in der Lage sind, den Sauerstoffgehalt im Gehirn auf bis zu 28% zu erhöhen, was das limbische System, das Gedächtnis und die Lernfähigkeit anregt und die Emotionen reguliert.

Schwarze Fichte für klare Gedanken

Das ätherische Öl aus schwarzer Fichte (Picea mariana) wirkt überaus belebend, tonisierend und vertreibt die Müdigkeit dank der euphorisierenden, stimulierenden „Kortison-like“-Wirkung auf das Nervensystem. Es regt die Aktivität der Nebennierendrüsen an, deren Aufgabe es ist, Adrenalin und Kortisol im Blut zu synthetisieren und freizusetzen. Die Heilpraktikerin Annie Casamayou empfiehlt einen Tropfen in jede Hand zu geben und den Rippenunterbereich einige Minuten lang damit einzureiben.

Das Gedächtnis unterstützen

Ätherisches Öl von Majoran wirkt leicht euphorisierend. Schwarze Fichte und sibirische Tanne haben eine psychosimulierende Wirkung.

Rezept:

  • Ätherisches Öl von Rosmarin zu 1,8-Cineol: 10 Tropfen
  • Ätherisches Öl von Wurstkraut (Origanum Majorana): 5 Tropfen
  • Ätherisches Öl von schwarzer Fichte oder sibirischer Tanne: 5 Tropfen

Anwendung:

Auf ein Wattestäbchen o.ä. geben und so oft wie gewünscht inhalieren.

Pflegen Sie Ihre Neuronen!

Wie alle anderen Zellen müssen die Neuronen gut ernährt werden, um gesund zu bleiben. Eine im Juni 2017 im Journal of Neuroscience veröffentlichte Studie hat die bisherige Erkenntnis bestätigt, wonach die Omega 3 (Fettsäure) bei der Erhaltung der Gehirnleistungsfähigkeit ab dem Jugendalter mitwirken. Ölhaltige Pflanzen, fette Fischarten (Lachs, Sardinen, Heringe) und Öl aus Leinsamen, Hanf oder Raps unterstürzen die kognitiven Funktionen.

Schlaf ist genauso wichtig wie eine gesunde, natürliche Ernährung, reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Antioxidans sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Man empfiehlt zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf täglich. Laut einer Studie von amerikanischen Forschern von 2013 würde „sich der erholsame Schlaf durch Ausschalten neuronaler Aktivitäten und der in der Wachphase entstandenen Schlacken, ergeben. Das Gehirn wird während des Schlafes entschlackt. Eine schlechte Entschlackung ist Nährboden für die Alzheimer Krankheit. Bei Schlafstörungen bringt ätherisches Öl von Wurstkraut das Nervensystem wieder in Balance, das ätherische Öl von Neroli regt den Schlaf an und reduziert die nächtliche Unruhe.

Um der Degenerierung von Gehirn und Körper vorzubeugen ist Sport angesagt! Forscher haben festgestellt, dass das Hirnvolumen bei Senioren, die regelmäßig Sport treiben größer ist, vor allem beim Hippocampus, dem limbischen Hirnteil, welches für das Lernen und das Langzeitgedächtnis ausschlaggebend ist. Sport stimuliert den Kreislauf und sorgt für eine bessere Durchblutung vom Gehirn und für dessen Entschlackung. Zypresse, Speiklavendel, Zitrone und Pfefferminze haben sich hierbei bewährt.

Stress ist Gift für die Neuronen. Kortisol, das „Stresshormon“, zerstört die Zellen vom Hippocampus, in dem aktuelle Erinnerungen zu langzeitigen Erinnerungen umgewandelt werden. Stress führt zu einer Rückbildung/Atrophie des Hippocampus und beeinträchtigt somit die Gedächtnisfunktion. Die Plastizität des Gehirnes ist ein ausschlagender Faktor: je jünger der Mensch desto reversibler die Atrophie des Hippocampus.

Ätherische Öle im Krankenhaus

In Deutschland, in Kanada und in Großbritannien ist die Anwendung von ätherischen Ölen in Krankenhäusern parallel zu den klassischen Standardtherapien gang und gäbe, vor allem in der Gerontologie und in der Onkologie. Um die Anwendung von ätherischen Ölen als komplementären Ansatz im Gesundheitswesen in Frankreich zu demokratisieren und anzutreiben, verleiht die Stiftung Gattefossé jedes Jahr den Preis „Klinische Anwendung von ätherischen Ölen in Krankenhäusern“ sowie zwei Stipendien in Höhe von je 5.000€. In Jahre 2016 hat das Krankenhaus von Valenciennes dank der Einbringung der Geriatrieärztin Géraldine Gommez den Preis gewonnen. Gommez sagt, die Anwendung von ätherischen Ölen „ändert die Beziehung Patient/Pfleger (…) und ist eine Bereicherung für die Praktik der Pfleger“.

Ätherische Öle von Pomeranzen (kleine Bigarade), von Süßorange und von römischer Kamille wirken in Verbindung beruhigend und Blutdrucksenkend. Es empfiehlt sich die Anwendung einer Duftlampe während einer Meditationssitzung. Viele Studien haben die wohltuende Wirkung dieser Anwendungsmethode auf unser Konzentrations- und Gedächtnisvermögen nachgewiesen.

Bei Alzheimer und Parkinson kommt es zu einer Degenerierung der Nervenzellen, vor allem der Neuronen, mit einer ganzen Bandbreite von kognitiven Symptomen: Gedächtnisverlust in erster Linie, aber auch Probleme mit der Sprache, Verlust der zeitlichen und räumlichen Orientierung, Denkfähigkeitsstörung, Persönlichkeitsstörungen manchmal mit Gewaltausbrüchen, Angstzustände und Schlaflosigkeit. Eine Heilung ist zwar noch nicht möglich, dennoch können eine Hirnstimulation und ein gesundes Leben dazu beitragen diese Degenerierung zu verzögern.

Der Hautkontakt beim Massieren mit ätherischen Ölen wirkt beruhigend und reduziert Stress. Mehrere Studien haben die wohltuende, besänftigende Wirkung von Massagen mit einem Öl aus 1% ätherischem Melissenöl bei unruhigen Patienten gezeigt. Eine andere Studie bei Alzheimer kranken Frauen, im Jahr 2006 im „International Journal of Neuroscience“ veröffentlicht, hat nachgewiesen, dass eine 20 minütige Handmassage mit ätherischen Ölen aus Rosmarin, Lavendel, Zitrone, Orange und Kamille, dreimal pro Woche, drei Wochen lang die Angstzustände dieser Patientinnen mindert und ihr Selbstvertrauen steigert.

Forscher haben bei Ratten, welche ätherisches Öl von Lavendel inhaliert hatten, weniger Raum- und Zeitorientierungsstörungen festgestellt. In einem weiteren Experiment von 2009 wurden zwei Synergien an älteren dementen Patienten getestet. Die erste mit ätherischem Öl von Lavendel und Orange mit entspannender Wirkung abends, die zweite mit Rosmarin und Zitrone mit stimulierender kognitiver Wirkung morgens. Ergebnis: es wurde ein verstärktes Selbstvertrauen und eine Verbesserung der Umgebungswahrnehmung und der Orientierungsfähigkeit festgestellt!

Guter Schutz für die Neuronen

Ätherisches Öl aus spanischem Salbei (salvia lavandulifolia) steigert die kognitiven Leistungen. Es enthält 20% 1,8 Cineole und 10% Alpha-Pinen. Die antioxydierenden Eigenschaften dieser Bestandteile tragen zur Reduzierung von oxydativem Stress auf die Zellen bei, welche die Neuronen schützen. Dieses ätherische Öl wirkt als Inhibitor der Aktivität von Cholinesterase, welche für den Abbau von Acetylcholin, ein Neurotransmitter, verantwortlich ist.

Workshop für Aromatherapie

Seit mehr als dreißig Jahren organisiert Michael Moisseeff allerlei Workshops für Geruchsinn, die sowohl für autistische Kinder als auch für Alzheimer Kranken oder auch für Personen, die ihren Geruchssinn entwickeln und ihr Gedächtnis trainieren möchten, gedacht sind. Dieser „Geruchsdesigner“ hat 1000 Gerüche in seinem Labor gesammelt, darunter ca. 400 ätherische Öle. Nachfolgend seine Ratschläge, um unser Geruchsgedächtnis und die dazu gehörigen kognitiv0en Fähigkeiten zu entwickeln.

Zuerst 7 ätherische Öle aussuchen, nicht mehr. Diese in Verbindung mit schon typisierten Gerüchen aussuchen. Z.B. ein blumiger Geruch aussuchen, dabei an Lavendel oder Ylang-Ylang denken. Eine holzangehauchte Stimmung mit einem ätherischen Öl aus Tanne. Eine würzige Note mit Zimt oder Muskat. Die Geruchswelt ist groß genug, um seine eigenen Auswahl persönlich zu gestalten.

Öle zubereiten beim Mischen mit ca. 90% Öl aus Traubenkernen, einem eher stabilen Pflanzenöl. Bei zu hoher Konzentration könnten die ätherischen Öle die Geruchsnerven sättigen.

Langsam anfangen, nacheinander an den einzelnen Fläschchen zu riechen, dabei die damit einfallenden assoziierten Wörter verbinden.

Allmählich ein neues ätherisches Öl in jede Familie hinzufügen. Wenn Sie die Zitronenfamilie ausgesucht haben, fangen Sie damit an, die Limette zu identifizieren. In der Anisfamilie riechen Sie Estragon dann fügen Sie Carvi, Fenchel etc. hinzu.

Diese Übung dient dazu, das Geruchsgedächtnis zu strukturieren und es dabei zu verfeinern. Langsam merkt man, dass man somit die in unserem Gehirn gespeicherte Information leichter mobilisieren kann.

Die eigene Kreativität entwickeln

Ich bin 40 Jahre alt und eine Firma hat mich mit einem neuen kreativen Projekt beauftragt.“

Ratschläge

Weihrauch ist das richtige ätherische Öl zur Förderung der Denkfähigkeit und der Kreativität. Das ätherische Öl aus Lorbeer verleiht Selbstvertrauen. Denken Sie zurück an die Lorbeerkränze, die die Köpfe der römischen Kaiser schmückten. Neuere Studien haben gezeigt, dass das Einatmen von ätherischem Öl aus Bergamotte den ganzen Tag für gute Laune sorgt.

Rezept

ätherisches Öl von Weihrauch

ätherisches Öl von Bergamotte

ätherisches Öl von Lorbeere

Gebrauchsanleitung

Diese ätherischen Öle zu gleichen Teilen in ein Fläschchen füllen. Einige Tropfen (10) in einen Umluftverteiler oder einen Zerstäuber auf dem Schreibtisch geben.

Den Zerstäuber 15 Minuten pro Stunde einschalten.

Françoise Couic Marinier, Doktorin der Pharmazie und Spezialistin in Aromatherapie und Phytotherapie

Lorbeer, laurus nobilis

Ein kreativer Geist

Kreativität ist ein Zustand, welcher auf die kognitiven und emotionalen Ressourcen unseres Gehirns zurückgreifen kann. Der kreative Prozess stützt sich auf die Empfindungen, die Wahrnehmungen, die Intuition, das Imaginäre, das Unterbewusstsein, die Emotionen und die Fähigkeit etwas daraus zu machen. Die ätherischen Öle haben einen subtilen Einfluss auf den Zustand und somit auf den Ausdruck dieses Zustandes.

Man atmet ein, man atmet, man spürt, man empfindet, man sucht im eigenen Inneren. Genau diese Wirkung findet man bei den ätherischen Ölen von Koniferen wie die Zypresse (cupressus sempervirens), die Zeder aus dem Atlasgebirge (Cedrus atlantica), die Balsam-Tanne (Abies balsamea) oder die Kiefer (Pinus sylvestris). Sie beruhigen den physischen Körper und lassen das Unterbewusstsein sprechen. Der Weihrauchbaum (Boswellia sacra) mit dem frischen, penetranten Duft vereinigt bekanntlich Körper und Geist, löst starre mentale Muster und Obsessionen aus. Das ätherische Öle der Myrrhe (Commiphora myrrha) z.B. bringt innere Ruhe, macht Mut und sorgt für Vertrauen, wenn die Inspiration fehlt. Weißes Sandelholz (Santalum album) mindert Ungeduld und Zerstreuung/geistige Ablenkung.

Die Schriftstellerin und Biographin Marie-Adrienne Carrara hat gern einen Zerstäuber mit ätherischem Öl neben sich, wenn sie schreibt. Ihrer Meinung nach „fallen ihr die Wörter leichter ein mit Lavendelduft“ (Lavandula angushtifolia), das Denken und die intimen Gefühle haben freien Lauf. Mit Zitronenduft (Citru limonum) kann sie nachdenken, Schwierigkeiten besser überwinden, sich hinsetzen und schreiben, genauso wie mit Pfefferminze (Menthox piperita), die das Über-sich-selbst-Hinauswachsen und die Kreativität unterstützt. Die Bergamotte (Citru bergamia) baut Selbstzweifel an ihrer Schreibfähigkeit ab und baut ihr Selbstvertrauen auf. Ihr Lieblingsöl ist das Öl aus Orange (Citrus sinensis).

Diese ätherischen Öle benutzen wir in einem Zerstäuber (ca. 20 Minuten), allein oder als Mischung. Man kann sie auch zu 20% mit einem Pflanzenöl verdünnen.

Träume stimulieren

Träume sind eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Sie verstärken die Verbindung zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein/Wahrnehmung und verbessern somit die Kreativität. Vor dem Schlafengehen ist folgendes Ritual empfohlen: ein ätherisches, schlafunterstützendes Öl aussuchen (römische Kamille, Bigarade, Mandarine, Ylang-Ylang z.B.), einen Tropfen auf die Handgelenke geben, tief einatmen. Das regt das Träumen an und macht das Gehirn erinnerungsfähig. Für den Doktor Pénoël ist dieses Ritual mit der Hilfe von Fragonia (Agonis fragrans) das nec plus ultra. Diese „aromatische Perle“ fördert Sanftheit, Selbsttreue und regt das Träumen stark an.

2 Comments
  • Christiane Lübke

    4. Oktober 2017 at 18:52

    Aus eigener Erfahrung und aus meiner täglichen Arbeit mit Pat. in der Klinik kann ich diesem Artkel nur voll zustimmen. Wir arbeiten zwar nicht mit so hohen Dosierungen, aber auch in wesentlich feineren Mischungen zeigen sich sehr schöne und gute Erfolge.
    Danke für den tollen Beitrag.

  • Maria Hoch

    27. Januar 2018 at 12:46

    Liebe Anja, danke für diesen tollen Artikel. Mein Kommentar ist wohl stecken geblieben, habe es heute erst bemerkt- ist aber nie zu spät! Ich hoffe, es lesen ihn viele! Wie Christiane schon schreibt, arbeiten wir mit niedrigeren Dosierungen, aber auch sehr sehr erfolgreich.

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